Neue Navigations- und Sicherheitsausstattung

VHF/ AIS und Radar Stand 2010

Alle Berufsschiffe größer 300t müssen heute ein AIS Transponder haben. Diese Geräte senden bzw. empfangen auf UKW Frequenzen permanent alle wichtigen Daten (Kurs, Geschwindigkeit, Name, MMSI etc). Man kann mit entsprechenden AIS Empfängern diese Daten auf eine Distanz bis 100 SM erfassen.
Wir tauschten 2010 unser ICOM Funkgerät aus gegen ein neues VHF (Radio Ocean RO 4800), das neben den üblichen Funktionen auch AIS Daten empfangen kann. Man kann einen Alarm aktivieren wenn ein oder mehrere Schiffe eine voreingestellte Distanz unterschreiten.
Zusätzlich kennt man jetzt die MMSI des Gegners, kann ihn gezielt mit DSC anrufen und z.B. die eigenen Positionsdaten senden.
Alle AIS Daten aus dem VHF kann man auf den Navicomputer übertragen, anzeigen bzw. berechnen ob eine Kollisionsgefahr besteht.

Zusätzlich ersetzten wir unser altes Radar gegen ein neues Gerät (Furuno 1623). Damit ist es jetzt möglich, bei unterschreiten einer eingestellten Mindestdistanz zu einem möglichen Gegner einen Alarm auszulösen. Sollte also ein Schiff nicht von unserem AIS Empfänger erfasst werden, z.B. weil es nicht ausrüstungspflichtig oder zu klein ist (Fischer, Segelyacht..), wird das Radar wenn die Funktion entsprechend eingestellt ist, einen Alarm auslösen.
Die neuen Radargeräte kann man auch „schlafen“ lassen und nach einer vorgegebenen Zeit wieder aufwecken, z.B. alle 4 Minuten starten und 2 Minuten nachschauen ob Schiffe oder „Gegner“ in der Nähe sind.
Seit Mai 2010 sind das neue Funkgerät und Radar installiert. Über die praktischen Erfahrungen mit AIS berichten wir nachfolgend.

Saison 2014 mit AIS Transponder

Seit Juli 2014 haben wir zusaetzlich zu unserem AIS Receiver Furuno RO 4800 einen eigenstaendigen AIS Transponder mit integriertem GPS im Einsatz.
Eine neue zusaetzliche Sendeantenne wurde am Grossmast installiert was die meiste Arbeit machte. Da alle Funktionen in einem Gehaeuse untergebracht sind war die Installation bzw. der Anschluss des an an die Stromversorgung problemlos.
Das Geraet funktionierte sofort und die Reichweite des Senders ist weit ueber 10sm. Wir hatten entgegenkommende Segler kurz angefunkt und jedesmal eine positive Rueckmeldung bzgl. der Reichweite. Bis jetzt eine ueberzeugende Investition.

AIS Receiver Furuno RO 4800 im praktischen Einsatz

Oktober 2010
Da wir überwiegend mit kleiner Crew (Zwei Personen) segeln, wollten für diese Saison die Vorzüge eines AIS Empfängers nutzen. Leider ist das Angebot an AIS Geräten sehr unüberschaubar und der Einsatz mit vergleichsweise hohen Kosten und relativ viel zusätzlicher Hardware (Antenne, bzw. Splitter, GPS, Visualisierung etc.) verbunden.

Nach zeitraubender Suche entdeckten wir das Furuno RO 4800.
Das RO 4800 ist primär ein VHF Seefunkgerät mit DSC aber zusätzlich mit integriertem AIS Empfänger für Klasse B Daten. Es verfügt über alle notwendigen Zulassungen zum Betrieb auf kleineren Booten (nicht SOLAS pflichtig). Da es über ein kleines aber brauchbares semigrafisches Display verfügt, kann man die AIS Daten auch ohne zusätzlichen Navigationscomputer im Display sehen. Eine radarähnliche Displayfuktion erlaubt eine grobe Abschätzung der Lage und Distanz der Ziele zum eigenen Boot. Das war eigentlich genau was wir gesucht haben.
Das Gerät wurde uns mit kleiner Verzögerung Anfang April 2010 von Busse Yachtshop geliefert. Seit Anfang Juni 2010 nutzen wir das Gerät als passives AIS auf unserer Segelyacht Bacchus im Nordatlantik (Bereich der Azoren).

Wesentliche Funktionen:
Zugang zu allen internationalen Seefunkkanälen, wasserdichtes Gehäuse, praktische Gerätbedienung über Funktionstasten am Mikro, AIS Empfang auf zwei Kanälen, Schnittstelle RS 232 und RS 422, kleines semigraphisches Display. Bedienung und Einstellung der Geräteparameter ist überraschend praxisnah gelöst.

Einbau:
Das vorhandene ICOM VHF 422 wurde ganz einfach durch das RO 4200 ersetzt. Einbauzeit mit Verdrahtung ca. 3 Stunden. Das Furuno VHF/AIS nutzt die vorhandenen Anschlüsse (Antenne, GPS und Stromversorgung ) des ICOM. Der Verdrahtungsaufwand ist daher überschaubar und erstreckt sich auf das Auswechseln der Stecker für die Stromversorgung und den NEMA- Anschluß für das GPS (Furuno GP- 32). Ist ein Adapterkabel seriell/USB vorhanden kann das RO 4800 mit wenig Aufwand an einen Navigationscomputer angeschlossen werden. Dann sind alle AIS Daten in der elektronischen Seekarte sichtbar.
Das Gehäuse ist hochwertig.

Kosten und Lieferumfang:
Das Gerät kostet einbaufertig ca. 350€, im Lieferumfang ist eine sehr umfassende (und brauchbare) deutschsprachige Bedienungsanweisung und das nötige Montagezubehör enthalten.

Erfahrungen:

Das RO 4800 funktionierte auf Anhieb sowohl als VHF Gerät als auch als AIS Empfänger. Die AIS- Empfangsleistung ist ordentlich. Wir haben Signale von Schiffen empfangen die bis 100 SM entfernt waren. Im normalen AIS- Empfangsbetrieb arbeitet das Gerät zuverlässig.
Die aktivierbaren AIS Alarmfunktionen (CPA und TCPA) überfordern allerdings bei zu vielen erkannten Zielen die Systemsoftware. Das ist Schade. Das Problem wird hoffentlich bei einer Folgeversion der Systemsoftware behoben sein.

In der Praxis war es aber dann für uns völlig ausreichend wenn wir während der Wache alle 15-20 Minuten einen Blick auf das Display warfen. Man erkennt sofort wer wo und mit welchem Kurs unterwegs ist. Wenn eine Situation unüberschaubar erschien (z.B.bei mehreren Zielen im Umfeld von 20 SM) haben wir den Navilaptop gestartet und uns einen Überblick verschafft. Dann werden die Ziele mit Kurspfeil in der Seekarte sichtbar. Aber auch hier gibt es noch ein Problem: Bei längerer Verbindung von RO 4800 und dem Laptop stellte die Schnittstelle ab und an ihren Dienst ein. Das VHF, manchmal auch der Computer mussten dann neu gestartet werden um die Schnittstelle wieder zu reanimieren. Ob es an unserem Schnittstellenkonverter liegt oder am AIS Ausgang des Furuno konnten wir bis heute nicht ermitteln.

Fazit: Das Furuno RO 4800 ist ein gutes VHF mit integriertem DSC und 2 Kanal Empfänger für AIS Signale der Klasse B. Das integrierte semigrafische Bediendisplay ermöglicht die Nutzung ohne zusätzlichen Navirechner. Das Gerät arbeitet im normalen AIS- Empfangsmodus zuverlässig und sehr stromsparend. Mit aktivierter CPA bzw. TCPA Alarmfunktion ist die Geräte-Software überlastet.
(nach Update 2011 auf neue SW Version ohne Probleme, hierzu muss das geraet zu Furuno gesendet werden, das update ist kostenlos) Im Dauerbetrieb mit einem Laptop stellt die RS 232 Datenschnittstelle mit bisher nicht geklärter Ursache den Betrieb ein (mit Update 2011 behoben). Der Einbau ist einfach. Das Preis- Leistungsverhältnis ist sehr gut. Für den AIS- Betrieb sind keinerlei zusätzliche Antennen, Frequenzweichen, Anzeigedisplays etc. erforderlich. Wir würden das Gerät trotz der vorhandenen Softwareprobleme wieder kaufen. Falls man ohnehin ein neues VHF/DSC benötigt, gibt es aus unserer Sicht z. Z. wenig Alternativen.
Segeln mit AIS ist vor allem bei Nacht für eine kleine Crew eine wesentliche Verbesserung: Solas Schiffe kann man auf bis zu 100 Meilen lokalisieren. Leider gilt das nicht für kleinen Küstenfrachter und die Fischer. Sonst würde man ja noch Leichtsinnig….

Weitere Navigations- und Sicherheitsausrüstung

Unsere Navigationsselektronik ist bewusst einfach und relativ kostengünstig konzipiert. Die wesentlichen Elemente sind: Ein festeingebautes und ein mobiles VHF, ein professioneller GPS Empfänger, ein kleiner Laptop mit Seekarten und GPS Maus, ein Radar plus passiver Reflektor. Wetterdaten (Navtex, Telex, Fax) empfangen wir mit einem SEAL Wetterdecoder in Verbindung mit einem ICOM PCR 1000.
Mit dieser Ausrüstung blieben bisher kaum Wünsche offen.

VHF Geräte
Für die Kommunikation bei Hafeneinfahrten nutzen wir ein Handfunkgerät Type ICOM– EuroV. Ein handliches Gerät was auch im Notfall gute Dienste leisten kann (Mitnahme in die Rettungsinsel). Die ICOM Geräte sind wasserdicht und gut bedienbar. Seit 2010 verwenden wir als stationäres VHF ein Furuno RO 4800 mit dem wir gute Erfahrungen gemacht haben.

GPS Empfang
Unser Haupt-GPS ist ein Furuno GP 32, was über dem Navitisch installiert ist.
Das Furuno GP 32 ist robust, relativ einfach bedienbar und vor allem gut ablesbar. Enorm ist die Präzision der Positionsangabe (vor allem hilfreich im Modus "Ankeralarm") und die sofortige Verfügbarkeit der Positionsdaten beim Einschalten. Wegepunkte können aus dem PC direkt in den GP 32 übertragen werden.
Die Anzeige der GPS Daten im Cockpit erfolgt mit einem NASA LED-Display. Nach anfänglichen Problemen (wie sich herausstellte durch HF-Störungen des Ladgerätes) funktioniert die Anzeige einwandfrei.

Seekarten und Navigation
Wir nutzen elektronische Seekarten. Diese haben wir mit allen für uns erforderlichen Seegebieten auf einem Asus EEEPC installiert. Der PC ist sehr preisgünstig (ca. 250 Euro), sehr robust (keine mech. Festplatte), braucht wenig Strom und funktioniert sehr zuverlässig. Die GPS Daten liefert eine GPS- Maus. Diese ist für ca. 50 Euro z.B. bei SVB zu beziehen. Für ca. 300 Euro zuzügl. der Seekarten hat man eine Perfekte Navi-Ausstattung. Hervorragend die Auflösung der elektr. Karten was die Einfahrt z.B. in einen Hafen sehr erleichtert.
Papierseekarten haben wir nur noch als Übersegler dabei und drucken z.B. die Hafeneinfahrten, falls notwendig, direkt aus dem PC mit einem einfachen Drucker aus. Diese Ausstattung hat die Bordkasse enorm entlastet. Ein zweiter PC, alle Seekarten ebenfalls installiert, plus eine zweite GPS Maus bilden das Backup.

Als passiver Radarreflektor ist ein Echomax 230 installiert.

Sicherheits- und Rettungsausstattung

Für den Mayday Fall haben wir eine "Emergency Position Indicating Radio Beacon (EPIRB) ACR GlobalFix RLB-35" an Bord. Weiterhin Rettungswesten von Secumar und eine RORC Markierungsboje sowie. Die Rettungsinsel ist vom Typ BFA Pacific.