Wenn nachts die Sterne funkeln

Vieles, auch das segeln bei Nacht, ist wie überall eine Frage der Übung. Allerdings stellte sich bei mir der so oft beschriebene Rhythmus auf See nicht ein. Sicherlich hatte ich mich nach einigen Tagen an den Wechsel von Wache und Freiwache gewöhnt aber leicht gefallen ist es mir nicht. Besonders nachts habe ich mich oft unsicher und manches Mal auch überfordert gefühlt. Da habe ich mir mehr Routine und Erfahrung gewünscht. Die Lernkurve war natürlich ziemlich steil. Der Umgang mit dem Radar, Segelwechseln bei Dunkelheit, querende Schiffe beobachten und dabei nicht die Nerven zu verlieren, klappten immer besser. Schlafen, kochen und essen bei Seegang ist anstrengend und schwierig geblieben. Aber irgendwann waren wir so müde, dass auch bei dem Gewackel der Schlaf nicht mehr aufzuhalten war.
Wunderschöne Momente haben wir erlebt. Wenn Bacchus wie auf einer Schnur gezogen durch die mondhelle Nacht rauschte. Nur wir und das Meer. Der Bug gleichmäßig und ruhig immer wieder in die Wellen tauchte und tausend Planktonsterne für Sekunden mit der Gischt auffunkelten. Delfine begleiteten uns und wir haben Sonnenauf- und Untergänge erlebt, die es so wahrscheinlich nur auf offener See gibt.
Wir sind demütig im Anblick des offenen Meeres und weiten Himmels geworden.
Wir haben gespürt wie stark man unterwegs vom Wetter abhängig ist und sich in die Gegebenheiten fügen muss. Da hilft kein Meckern und Maulen auch wenn es mir nicht immer gelungen ist.
Es bleibt das tolle Gefühl, wenn wir nach Tagen endlich im Hafen waren und stolz auf uns waren, dass wir es gemeinsam geschafft haben.