Ionisches Meer

Die kürzeste Ansteuerung per Segelyacht von Italien aus ist die kleine aber feine Insel Erikoussa. Das sind ca. 55 sm und gut von Otranto aus in einem Tagestörn zu schaffen.
Ankern in der Südbucht ist sicher, allerdings muss man starken Schwell in Kauf nehmen. Besser ist es an der Mole im Fischerhafen. Nur ist da leider wenig Platz.
Alle Inseln im Ionischen Meer, die wir besucht haben bieten schöne Buchten und Strände.
Leider ist segeln oft nicht möglich, da im Sommer sehr wenig Wind ist. Da man jedoch immer kleine Etappen auswählen kann, ist das viel Motoren zu ertragen. Stellenweise sind Buchten und Häfen voll, besonders Engländer lieben dieses Seegebiet. Aus diesem Grund sprechen alle Griechen, die mit Tourismus etwas zu tun haben englisch. Die Versorgung mit Lebendmitteln und Yachtzubehör ist in den größeren Orten sehr gut.
Ein Abstecher in den Abrakischen Golf lohnt sich auf alle Fälle. Er ist touristisch noch weniger erschlossen und man findet noch ganz einsame Stellen. .
Wir waren allerdings in der Vorsaison dort, im Juli/ August kann das ganz anders sein.

Golf von Patras/ Golf von Korinth

Der Golf von Patras und Korinth bieten auch sehr idyllische Orte und gute Ankermöglichkeiten. Man kann sich da leicht Wochen aufhalten. Der Wind und die Böen sind hier nicht so stark und durch die geschlossene Lage gibt es auch weniger Welle.
Der Schutzhafen der Stadt Korinth ist ganz akzeptabel wenn man nicht an der Außenmole liegt.. Dort wird man bei Starkwind regelmäßig von überschlagenden Gischt geduscht .Die Stadt Korinth bietet sehr gute Versorgungsmöglichkeiten und ein interessantes Umfeld, so dass sich ein mehrtägiger Aufenthalt lohnt. Bemerkenswert ist die hervorragende und günstige Verkehrsanbindung nach Athen und zum Athener Flughafen mittels moderner Metrozüge.
Die Fahrt durch den Kanal ist bei wenig Wind und von West nach Ost kein Problem.
Gezahlt wird an der Ostseite, das heißt anlegen an der hohen Mole. Einer sollte am Schiff bleiben, da durch den Sog und Schwell der vorbeifahrenden Schiffe schon mal eine gefährliche Situation entstehen kann und es gut ist, den Motor starten zu können.

Kykladen/ Dodekanes

In den Kykladen kann man mit mehr Wind rechnen als im Ionischen Meer. Meist bläst er aus NNE oder NE ( Meltemi) und erreicht schon mal 7-8 Bft in Böen.
Wir haben das Kap Sounion gemieden und sind über Poros Richtung Südost.
Die Tagesetappen kann man sehr angenehm gestalten, da eigentlich immer eine Insel auf dem Weg liegt die passt.
Gewöhnungsbedürftig ist der starke Fährverkehr. Die Fähren rauschen oft sehr dicht an einem vorbei. Bei den so genannten Katamaran -Fähren ist das auch kein Problem, sie verursachen durch die beiden Kufen auf denen sie fahren kaum Schwell. Unangenehm sind die alten , großen Fähren , da kann das Wasser schon mal in die nicht geschlossene Luke schwappen.
Worauf man sich auf alle Fälle einstellen sollte ist, dass es wenige Marinas gibt. Vielerorts gibt es Häfen, die jedoch sehr klein sind und fast immer von Fischerbooten belegt sind. Oft finden nur einige Yachten Platz. In den Häfen gibt es selten Strom oder Wasser. Wasser muss auch fast immer bezahlt werden und ist von sehr unterschiedlicher Qualität.
In Griechenland gibt es grundsätzlich wenig Regeln in den Häfen. Wer zuerst kommt, malt zuerst. Es kann auch passieren, dass ein großes Motorboot mit allen Mitteln ohne Rücksicht versucht noch an die Mole zu kommen. Da ist es schon gut, wenn man an Bord ist und das Schlimmste verhindern kann. Wir haben so oft wie möglich Ankerplätze gesucht und die Hafen gemieden. Da es meist kein Wasser und auch keinen Strom gibt und die Stege oft ziemlich verdreckt und überfüllt sind, gibt es eh nur wenige Gründe einen Hafen aufzusuchen.
Auch die Versorgung mit Lebendmitteln ,besonders mit frischem Brot, ist nicht überall einfach. Wogegen man eigentlich immer eine Taverna findet in der man annehmbar essen kann.
Buchten und schöne Ankerplätze findet man in großen Vielzahl. Ankern mit Heckleine ist Standart.
Teilweise ist der Ankergrund mit Seegras bewachsen und da hält der Anker nicht zuverlässig . Es ist wichtig immer eine Stelle mit Sandgrund zu suchen. Auch Nachts kann es unerwartet heftige Böen geben und da ist ein guter Halt einfach notwendig, immer!

Navigationsunterlagen

Greece Sea Guide von Nicolas D. Elias Band 1 und Band 3
Besonders geeignet als Ergänzung zur Seekarte. Er ist sehr genau und alle wichtigen Informationen sind enthalten. Ist auch recht aktuell. Für uns das wichtigste Buch.

Griechische Küsten von Rod Heikel
An manchen Stellen nicht aktuell , jedoch sehr hilfreich bei der Suche nach Buchten und Ankerplätzen.

Hafenhandbuch Mittelmeer von Dr. H. Schmidt/ / I.Dafner Teil V
Auch nicht immer aktuell, doch auch reich an wichtigen Informationen

Seekarte
Mainland Greece and the Pelopones

Ein sehr guten Wettervorhersage kann man Internet finden unter
www.poseidon.gr