Reisebericht Nordzypern

Nordzypern ist als Etappe oder Zwischenstopp geeignet, für einen längeren Aufenthalt bietet es für Segler zu wenig Abwechslung. Ankern ist rund um Nordzypern nicht erlaubt. Die ganze Küste ist Sperrgebiet.

Es gibt nur zwei Orte mit Marinas, Girne im Norden und Famagusta im Südosten, die man ansteuern kann. Girne ist der Einklarierungshafen. Einklarieren ist in Nordzypern sehr unkompliziert. Alle Beamten kommen an Bord und erledigen dort die Formalitäten. Etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass die Einwanderungsbehörde die Pässe einbehält und ein Landing Permit ausstellt. Die Pässe erhält man, wenn man Nordzypern mit dem Schiff wieder verlässt, zurück.
Der Stadthafen von Girne ist sehr schön und sicher. Die Liegegebühr gering. Wir haben ca. 85 Euro für 8 Nächte bezahlt. Es gibt Wasser und Strom, allerdings gegen Aufpreis und kostenloses W-Lan. Es ist etwas schwierig einen Liegeplatz zu erhalten. Der Hafen ist voll mit Gulets und Ausflugsbooten. Der Hafenmeister (Hasan Bahce Office 03928153587 Mobil 05338614719) versucht jedoch einen Platz frei zu machen und ist sehr hilfsbereit. Falls Bedarf besteht kann man ihn anrufen. Wenn man Diesel braucht kommt ein Tankwagen. Der Preis für Diesel ist erheblich geringer als in der Türkei.
Alternativ dazu gibt es noch eine private Marina im kommerziellen Hafen. Dort waren wir nicht. Auch Famagusta haben wir nicht besucht.
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Da auf Zypern Linksverkehr und auch noch super viel Verkehr herrscht, haben wir auf einen Leihwagen verzichtet und uns mit Dolmus, Taxi oder per Anhalter fortbewegt. Letzteres klappt erstaunlich gut und wir mussten selten lange warten bis uns ein Auto mitgenommen hat. Einige Fahrer sind auch extra für uns einen Umweg gefahren oder haben ihre Fahrstrecke geändert. Aber trotzdem sind einige Ziele schwer zu erreichen.
Was uns unangenehm aufgefallen ist, ist die wahnsinnige Bautätigkeit. Überall in der sonst schönen Landschaft schießen Wohnsiedlungen aus dem Boden. Die Insel ist fest in englischer Hand und die Bauprojekte sind auf den Geschmack der Engländer ausgerichtet.
Noch ist der Tourismus hier sehr überschaubar und die Restaurantpreise außer in Hafennähe akzeptabel. Alkohol gibt es in großer Auswahl und ist preiswert.