Einklarieren...

Wir haben in Turgutreis einklariert. Das ist sehr zu empfehlen, da hier alle nötigen Beamten in einem Gebäude sitzen und man sich so lange Wege und Wartezeiten erspart.
Der erste Eindruck hier war: Alle Menschen sind freundlich und hilfsbereit. Nach den doch etwas wortkargen und muffigen Griechen eine sehr angenehme Erfahrung.
Es gibt wieder Trinkwasser genug und in guter Qualität. Die Häfen sind sehr gut ausgestattet und vergleichsweise preiswert. Sehr schöne Buchten und glasklares Wasser findet man die ganze Küste entlang. Umweltschutz wird entlang der Küsten in der Türkei großgeschrieben. Keine Riesenfähren durchschneiden das Wasser und auch sonst gibt es wenig Schiffsverkehr: ein Seglerparadies. Das gilt zumindest ab September. In den Monaten Juli und August ist es in den Buchten, vor allem am Nachmittag wenn die Gulets einlaufen sehr voll. Wegen der vielen Gulets sind die guten und windgeschützten Ankerplätze oft belegt

Golf von Gökova

Im von Golf von Gökova gibt es Natur pur. Hier findet man viele einsame Buchten, glasklares Wasser, wunderschöne Wälder die bis zum Wasser reichen und konstanten Wind, der auch schon mal kräftig sein kann jedoch abends in der Regel einschläft.
Hier ist es immer um einige Grad kühler als an der übrigen Küste. In den Sommermonaten sehr angenehm.
Das ganze Gebiet steht unter Naturschutz und ist so fast von jeglicher Bebauung verschont geblieben. Bis auf einige Segler, Gulets und Fischer ist es hier so gut wie menschenleer. Das bedeutet dass man ordentlich Vorräte an Bord haben sollte, einkaufen ist hier nur an wenigen Stellen möglich

Lykische Küste

Die Lykische Küste ist eine der interessantesten Landschaften der Türkei. Viele Reste aus den unterschiedlichsten Epochen, antike Amphitheater, lykische Felsgräber und wilde Schluchten machen den Reiz dieses Gebietes am Mittelmeer aus. Hier kann man 5000 Jahre alte Kultur entdecken. Hinzu kommen teilweise noch unberührte Traumstrände und - Buchten, uralte Fichten- und Kiefernwälder, Zitrusplantagen, Olivenhaine und zahlreiche kleinere Küstenorte mit überschaubarem Tourismus. Städte wie Maramis, Fethiye, Kalkan und Kac sind sehenswert und bieten viele interessante Ausflugsziele.
Es gibt moderne Marinas und ausgebaute Häfen. Wer nicht in die Häfen möchte findet immer eine schöne Bucht. Die Versorgungsmöglichkeiten sind gut. Das geht soweit, dass „schwimmende Tante Emma Läden“ mit frischem Brot, Obst und Gemüse in den einsamen Buchten vorbei kommen.
Besonders sehenswert sind die Kekova Roads, hier findet man traumhafte Buchten, lykische Felsen- und Hochgräber, versunkene Städte, Ruinen aus den unterschiedlichten Epochen, kleine Orte in denen die Zeit stillsteht und unberührte Natur.

Von Iskenderun nach Kap Anamur

Cervik 36°07.608'N, 35°54.899'E

Nach 14 Tagen Syrien freuen wir uns wieder auf segeln. Wir möchten in kleinen Etappen der
türkischen Küste entlang bis Finike.
Erste Station ist Cevrik. Der Hafen ist nicht im Hafenhandbuch verzeichnet. Die Sahil Güvenlik liegt hier und ist beim Anlegemanöver auch behilflich. Der Hafen ist ausreichend tief. Es gibt keine Liegeplätze für Jachten, aber längsseits findet sich immer ein Plätzchen. (Achtung Kakerlaken auf den Fischerbooten) Es fragt auch niemand nach der Einklarierung.
Position Hafen: 36°07.608’N, 35°54.899’E, bei der Einfahrt rechts halten, genau in der Mitte ist es untief (Sandbank)

Iskenderun

Was uns sehr überrascht hat, die gesamte Küste ist bebaut. Keine einsame Gegend.
In Iskenderun hatten wir vor einzuklarieren und einige Tage zu bleiben um uns die Gegend anzuschauen. Leider hat in Iskenderun das Wochenende schon begonnen und es fand sich niemand mehr, der die umständlichen Formalitäten erledigen wollte. Wir durften über Nacht bleiben und auch mit Einwilligung das Schiff verlassen, aber mehrere Tage bleiben durften wir nicht.

Karatas

Nun hätten wir nun sofort nach Mersin gemusst, der nächste Port of Entry, aber da es sehr unwahrscheinlich ist, dass jemand nach unseren Papieren fragt, haben wir noch einen Stopp in Karatas eingelegt. Auch hier gibt es nur einen kommerziellen Hafen, wir gehen wieder längsseits von einem Trawler und verbringen eine ruhige Nacht. Um an Land zu gelangen müssen wir über 6 Fischtrawler klettern. Hier ist Tourismus kein Thema, der Ort ist klein und etwas verschlafen, man kann billig und gut essen und bekommt alles was man zum Leben braucht.

Mersin

Am nächsten Tag erreichen wir Mersin. Auch hier wieder kein Jachthafen, wir liegen einige Tage im Stadthafen, direkt neben einem Ausflugsboot, bekommen Strom und Wasser nach Bedarf. Die neue Marina soll nächstes Jahr fertig sein.
Von hier machen wir einen Abstecher mit der alten Bagdad Bahn bis Pozanti und wieder zurück.
Hier gibt es nur türkischen Tourismus. Wir sehen auch kein anderes Segelschiff.

Limonlu 36°31.790’N, 34°13.746°E

Nächste Etappe ist Limonlu, laut Hafenhandbuch (Rod Heikel) ein kleiner Hafen in dem ein Forschungsschiff der Marine liegt.
Der angegebene Hafen ist versandet und inzwischen gesperrt. Es gibt aber einen neuen, großen Hafen ca. 2 SM östlich Position 36°31.790’N, 34°13.746°E. Allerdings noch ohne Strom und Wasser

Ovacik

Wir ankern in der Bucht von Agalimani und Ovacik. In beiden Buchten liegen türkische Hotels und die Beschallung bei Nacht ziemlich störend. Tagsüber fallen Gulets ein um eine Schwimmpause einzulegen. Mit lauter Musik besetzten sie die Bucht. Glücklicherweise ist der Spuck nach einer Stunde wieder vorbei

Agalimani

Überall sehen wir Wasserschildkröten, die sich erstaunlich nahe bei den Menschen aufhalten. Erst wenn man auf ungefähr 2 Meter rankommt tauchen sie ab

Aydincik

Im kleinen und sehr sauberen Hafen von Aydincik sind wir wieder das einzige Schiff und der sehr hilfsbereite Hafenmeister stürzt sich förmlich auf uns. Wir bekommen Wasser und Strom gegen kleines Entgelt, Mehmet bietet seine Taxidienste an und führt uns durch einen Teil der Ausgrabungen.

Bozyazi

Letzte Station vor Kap Anamur ist Bozyazi, auch ein kommerzieller Hafen. Hier zahlen wir erstmal wieder eine Liegegebühr von 20 türkischen Lira (ca. 10 Euro) incl. Strom und Wasser. Wir treffen das erste Segelschiff seit Syrien. Mit dem Dolmus fahren wir zum Kastel Anamur und besichtigen fast alleine die Bilderbuchburg

Alanya

Auf der der Strecken nach Alanya (65 Seemeilen)umrunden wir das Kap Anamur, den südlichsten Punkt der Türkei.
Die neue Marina von Antalya ist schrecklich. Nicht fertig und schon total versifft. So starten wir den Versuch im Stadthafen von Antalya unter zu kommen. Nachdem ein netter Guletbesitzer ein Motorboot verlegt hat, ist für uns ein Plätzchen gefunden. Auch hier zahlen wir nur 5 Euro für den Strom.
Letzte Etappe ist Alanya nach Finike.

Alles in allem war es eine sehr interessante Tour abseits der touristischen Trampelpfade.
Nur etwas früher wäre gut, da es Ende Juni schon sehr heiß ist. Der Beste Monat ist sicherlich der Mai.
Die Kosten für die Tour sind sehr gering, da man nirgends Liegegebühren zahlt und auch das Leben sehr preiswert ist

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