Tagebuch der SY Bacchus

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Datum 03.07.2011
Ortsname im Nordatlantik unterwegs
Kurs -118 °/kn
Ziel Porto Santo
Luft / Wasser 25 °C / 22 °C
Wind / Wellen NE 12-16 kn / -1-2

geht doch...........

Der stetige NE Wind hat heute morgen an Schwung veroren und der Motor mu├č ran. Aber nur bis 11:00 dann reicht der Wind f├╝r gem├Ąchliche Fahrt unter Segeln. Heute geht es mir auch viel besser. Ich f├╝hle mich sogar richtig wohl an Bord und die notwendigen Arbeiten gehen mir leicht von der Hand. Gott sei dank. Noch so ein Tag wie gestern und ich h├Ątte mir die Grundsatzfrage gestellt.
Gegen 14:00 gibt es ein m├Ąchtiges Radarecho. Im AIS sehe ich was da auf mich zukommt. TENKI: Ein gewaltiger Tanker, das gr├Â├čte Ding ├╝berhaupt bisher: Sage und schreibe dreihunderundvierundzwanzig Meter lang und sechzig Meter breit. Gem├Ąchlich passiert er, vorschriftsm├Ą├čig achterlich, in 2 sm Entfernung. Auf die Distanz sieht er garnicht so gro├č aus. Gut das die Jungs auf der Br├╝cke Profis sind. Der w├╝rde noch nicht mal merken wenn er ├╝ber mich wegbrettert.

Um 20:40 geht die Sonne in einem fast wolkenlosen Horizont unter. Als ich nach zehn Minuten routinem├Ą├čig wieder nach drau├čen schaue, geht ├╝ber einem Lichtstreifen von durchscheinendem rot, der Neumond auf. Die scharf gezeichnete Sichel steigt in den glasklaren, schwarzblauen Sternenhimmel um dann schnell wieder am Horizont zu versinken.
Mir stockt, unbewusst, f├╝r einen Moment der Atem. Was ich sehe ist ein Naturschauspiel von ├╝berw├Ąltigender, fast kitschiger Sch├Ânheit.
Um 22:00 passiert noch ein weiter Tanker in 2,4 sm Abstand und ab dann ist tats├Ąchlich Nachtruhe.