Tagebuch der SY Bacchus

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Datum 11.09.2014
Ortsname Rio Gauadalquivir
Kurs - °/kn
Ziel Porto Gelves/ Sevilla/ Spanien
Luft / Wasser °C / °C
Wind / Wellen / -

Wir warten auf die Flut…

Es ist bewölkt uns sehr warm und unglaublich still. Wir warten auf die Flut. Erst dann können wir weiter flussaufwärts.
Wir haben einen sicheren Ankerplatz gefunden und die dicken Pötte, die an uns vorbei sind, haben erträglichen Schwell verursacht.
Mit einer Sicherungsleine um den Bauch trauen wir uns in das tr√ľbe Flusswasser. Ein bisschen √úberwindung brauche ich schon, aber dann macht es richtig Spa√ü. Es ist angenehm warm und nicht salzig. Schwimmen wie in einer starken Gegenstromanlage.

Um uns herum liegen eigenartige Gefährte an Bojen. Von weitem sehen sie aus wie große Insekten aus einem Science Fiction Film. Was genau damit gefischt wird wissen wir nicht. Ihr Aussehen ist jedenfalls beeindruckend

Porto Gelves

Um 18:00 erreichen wir Porto Gelves. Nach 5 Jahren machen wir wieder am Steg fest. Es still hier. Keine Segler, die uns in Empfang nehmen, kein Leben am Steg. Beim letzten Mal hatte sich hier eine kleine Seglergemeinschaft z aus allen Herren Ländern zusammen gefunden und sich häuslich eingerichtet. Auch sonst wirkt die Marina verlassen. Fast alle Liegeplätze sind leer und wir sehen auch warum. Das Marinabecken ist fast komplett versandet.
Statt Segelschiffe am Steg stehen nun Wohnmobile an Land.

Wir beschlie√üen den Steg wieder zu verlassen und uns eine Boje zu schnappen. Johannes f√§hrt volle Pulle r√ľckw√§rts, die Boje h√§lt und wir hoffen nun, dass der rechtm√§√üige Besitzer, falls einen gibt, heute Abend keinen Anspruch mehr erhebt. Es d√§mmert schon und das bedeutet Stechm√ľcken, rein ins Boot und Moskitonetze vor die T√ľr.
Gegen 23:00 pochte es wie wild an die Bordwand. Wir schauen gerade v√∂llig entspannt eine DVD und sind √ľber die St√∂rung nicht sehr erfreut. Wahrscheinlich der ‚ÄěBojenbesitzer‚Äú. Johannes geht etwas unwillig raus. Da steht allerdings nicht der Bojenbesitzer, sondern ein Franzose in seinem Dinghi und wir sehen den Grund der St√∂rung. Wir treiben mit der Boje im Schlepp lautlos flussabw√§rts. Und das wohl schon eine ganze Weile. Der Franzose auf dem Heimweg zu seinem Schiff hat unsere unfreiwillige Reise beobachtet und uns sogleich gewarnt.
Gl√ľck gehabt, wir l√∂sen die Boje und suchen uns einen neuen Platz f√ľr den Anker. Da liegen wir auch bald mit 40 Meter Kette sicher vor unerw√ľnschten Schiffsbewegungen.