Tagebuch der SY Bacchus

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Datum 13.06.2008
Ortsname Palermo
Kurs - °/kn
Ziel
Luft / Wasser 27 °C / 20 °C
Wind / Wellen / -

Palermo

Heute starten wir einen weiteren Versuch Palermo mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, nachdem der von gestern gescheitert ist. Der angesagte Bus ist nicht gekommen. Wir haben vergeblich eine gute Stunde an der Haltestelle gewartete und es dann aber aufgegeben.
Von einer alten Dame haben wir erfahren, dass regelmĂ€ĂŸig ZĂŒge von S.Flavio aus nach Palermo fahren. Nach S.Flavio könnte man prima zu Fuß gehen, ca. 10- 20 Minuten Marsch.
Also heute fahren wir mit der Bahn. Die erste Frage am frĂŒhen Morgen, welche Straße mĂŒssen wir entlanglaufen um nach S.Flavio zu kommen?
Wir fragen einen Fischer ĂŒber dessen Boot wir immer klettern mĂŒssen um an Land zu kommen. Eine ErklĂ€rung des Weges scheint ihm zu kompliziert und so fĂ€hrt uns kurzerhand zum Bahnhof. Wir freuen uns und sind ĂŒberrascht, denn ansonsten ist es sehr schwer von Sizilianer, die einen nicht kennen, mitgenommen zu werden. Es herrscht ein gewisses Misstrauen gegenĂŒber Fremden. Aber wahrscheinlich werden wir langsam in die „Gemeinde“ aufgenommen, schließlich liegen wir mitten zwischen den Fischern.
Die Bahn fÀhrt und nach zwanzig Minuten sind wir in Palermo.

Palermo ist einerseits chaotisch und laut, andererseits voll mit den schönsten Bauwerken und interessanten Gassen.

Manche leider oft in einem erbÀrmlichen Zustand

Langsam findet in der Stadt ein Umdenken statt. Die Macht der Mafia ist nicht mehr allgegenwĂ€rtig und die Bewohner von Palermo versuchen nun mit viel Eigeninitiative die Stadt sauberer und schöner zu machen, ĂŒbernehmen Patenschaften fĂŒr eine der unzĂ€hligen Kirchen, organisieren Kulturveranstaltungen und arbeiten freiwillig in vielen Projekten.
Wir haben nur einen Bruchteil der Stadt gesehen. Immer wieder bleiben wir hÀngen: an den kleinen GeschÀften, die frisch gemahlenen Kaffee verkaufen und einen herrlichen Duft verbreiten

oder bei einem alten Herrn, der in einem winzigen Laden Messer jeder Art verkauft oder bei der KĂŒnstlerin, die aus Gips Figuren herstellt und bemalt.

Die HauseingĂ€nge von alten Palazzis strahlen heute noch die GroßzĂŒgigkeit von damals aus.

So viele verschiedene Kirchen wie in den letzten Wochen, haben wir seit zwanzig Jahren nicht mehr gesehen. Und jede auf ihre Art beeindruckend

Wir besuchen noch den Palazzo Chiaramonte einst eine katalanisch-gotische Festung der Feudalherren, dann Sitz der Inquisition, Gerichtshof und NebengebÀude UniversitÀt.
In den ehemaligen PrunksĂ€len werden Vorlesungen abgehalten. In dem herrlichen, kĂŒhlen Innenhof lĂ€sst sich es sich gut aushalten.