Tagebuch der SY Bacchus

Voriges Jahr Voriger Monat April 2008 Nächster Monat Nächstes Jahr
Mo Di Mi Do Fr Sa So
31 01 02 03 04 05 06
07 08 09 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 01 02 03 04
05 06 07 08 09 10 11
Datum 14.04.2008
Ortsname Tozeur
Kurs - °/kn
Ziel Metlaoui
Luft / Wasser 27 °C / °C
Wind / Wellen / -

Nefta

 

Vormittags unternehmen wir noch einen kurzen Abstecher nach Nefta, eine Oase Ă€hnlich wie Tozeur, nur kleiner und noch ursprĂŒnglicher

 

Beim Spaziergang durch die PalmengĂ€rten erfahren wir, dass die BestĂ€ubung der Dattelpalmen keinesfalls dem Zufall ĂŒberlassen wird. In jeden Fruchtstand wird ein Samenstengel eingebunden. Die hat man vorher von den „mĂ€nnlichen“ Palmen abgeschnitten

Wir erfahren auch, dass die herrlich duftenden Rosen in den Oasen geerntet und dann auf dem Markt verkauft werden

Außerdem treffen wir auf „Wilde Gesellen“, die hier unter den Palmen leben,arbeiten und unter anderem Palmwein herstellen der auch eifrig von der Truppe getrunken wird. Uns hat er nicht besonders geschmeckt, erinnert stark an saueren Viez.
Die Wasserrechte in den Oasen stammen noch aus den 13.Jh. und sorgen fĂŒr eine gerechte Verteilung. 7 Stunden pro Woche erhĂ€lt jeder Palmengartenbesitzer Wasser aus dem weit verzweigten BewĂ€sserungskanĂ€len

Metlaoui

Wir reisen weiter nach Metlaoui um von dort aus mit dem historischen Zug „Lezard Rouge“ in die Selda- Schlucht zu fahren.
Es gibt nur ein einziges zwei Sterne Hotel im Ort, obwohl Metlaoui im ReisefĂŒhrer als sehr guter Ausgangspunkt fĂŒr den Besuch der Schlucht und einigen Bergoasen empfohlen wird. Na, wir sind gespannt und lassen uns ĂŒberraschen. Ein Zimmer ist auf alle FĂ€lle noch frei.
Am spĂ€ten Nachmittag erreichen wir das auf den ersten Blich ziemlich hĂ€ssliche Straßendorf

Das Hotel entpuppt sich als Absteige der ĂŒbelsten Sorte. Viele GĂ€ste verkehren hier nicht mehr. Wir können auch zwei Zimmer haben, fĂŒr den gleichen Preis wohlgemerkt. Wir ziehen es aber vor in einem Zimmer zu nĂ€chtigen, da die TĂŒren in einem desolaten Zustand sind

Aber die HĂ€rte erwartet uns abends. Plötzlich setzt arabische Musik in einer LautstĂ€rke ein, dass wir zusammenzucken. Wir fragen bei dem Besitzer des Hotels nach, was das den sei und werden daraufhin zu einem Bauchtanzabend eingeladen, fĂŒr uns kostenlos, der bis ca. 22:30 dauert soll. Da an Schlaf eh nicht zu denken schauen wir uns das Spektakel an.
Eine dralle TĂ€nzerin tanzt mehr schlecht als recht von Tisch zu Tisch und animiert die MĂ€nner ihr Scheine in die spĂ€rliche Bekleidung zu stecken. Wir können gar nicht glauben wie viel Alkohol hier getrunken wird. Wo doch sonst in der Öffentlichkeit kein Alkohol konsumiert wird. Allerdings scheint es hier das billigste Bier in ganz Tunesien zu geben

Wir halten es bei dieser Veranstaltung nicht lange aus und ziehen es vor uns mit Oropax
ins Bett zu begeben.
Hoffentlich wird morgen die Bahnfahrt kein Rheinfall. Dann hĂ€tten wir die Übernachtung in dieser Absteige ganz umsonst ertragen