Tagebuch der SY Bacchus

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Datum 14.06.2007
Ortsname Latakia/ Syrien
Kurs - °/kn
Ziel Cevrik/ Türkei
Luft / Wasser 30 °C / °C
Wind / Wellen SW 3-4 / -0,50

Cevrik

Heute geht’s weiter nach Cevrik. Da wir die12 Meilenzone Abstand zum Land einhalten müssen, kommen doch 62 Seemeilen zusammen.
In Cevrik wollen wir nur übernachten, es soll da einen kleinen Hafen geben, in dem auch die Coast Guard liegt, und am nächsten morgen weiter nach Iskenderun zum Einklarieren.
Um 10:45 ist die Prozedur des Ausklarierens beendet und wir müssen/können den Hafen verlassen.
Der Wind ist uns die ersten Stunden hold und bläst uns mit 6 Knoten dem Ziel entgegen. Leider schläft er in den frühen Nachmittags Stunden ein und nun heißt es motoren.
Wir erreichen Cervik in der Dämmerung und können die Hafeneinfahrt nicht ausmachen. Außer den Koordinaten 36°07’500N, 35°54,700E haben wir keinerlei Angaben. Wir sehen ein rotes Blinklicht und zwei rote Lichter aber eben kein grünes Licht, dass normalerweise die Hafeneinfahrt markiert. Wir fahren die gesamte Hafenmauer ab, inzwischen ist es dunkel und die Umgebung nur schwer zu erkennen, und finden eine Stelle an der die Einfahrt sein könnte. Rechts auf der Mauer steht auch ein alter Mast, dass könnte Mal das grüne Licht der Hafeneinfahrt gewesen sein. Vorsichtig tasten wir uns vor. Mit dem Scheinwerfer stehe ich vorne und leuchte das Meer ab, auf der Suche nach rausragenden Steinen und die Umgebung um raus zu finden ob es nun ein Hafen ist oder nicht. Plötzlich schlägt unser Tiefenmesser Alarm, keine Tiefenangabe mehr. Geistesgegenwärtig steuert Johannes Richtung Mauer und das Wasser wird wieder tief. Aufatmen und weiter. Nun können wir die Durchfahrt erkennen und vorsichtig nähern wir uns. Endlich sehen wir Schiffe und auch die beschrieben Coast Guard. Der Hafen ist voll von Fischtrawlern und uns bleibt nur die Möglichkeit längsseits zu gehen. Da winken uns auch schon zwei junge Männer mit der Taschenlampe und wir legen neben einem alten Holzschiff an. Die beiden Helfer sind Mitarbeiter der Coast Guard und laden uns erstmal zu einem Tee ein. Fehmi ist der Kapitän eines Schnellbootes und fährt ein deutsches Modell aus dem Jahr 1958 mit zwei Motoren von Mercedes aus dem Jahr 1944.
Das rote Blinklicht ist der Radarmast der Coast Guard, ansonsten ist der Hafen nicht befeuert.
Wir liegen. sicher und ruhig obwohl Johannes eine leichte Überreiztheit gegenüber Kakerlaken entwickelt. Wie immer in der Nähe von Fischerbooten oder Netzen. Mit Taschenlampe und Fliegenklatsche bewaffnet umkreist er das Schiff und hat uach tatsächlich drei käferähnliche Tiere erwischt. Ob es wirklich Kakerlaken waren??
Wir machen alles dicht und gehen schlafen