Tagebuch der SY Bacchus

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Datum 17.06.2017
Ortsname Tavolara / Sardinien
Kurs - °/kn
Ziel
Luft / Wasser 30 °C / °C
Wind / Wellen / -

Königreich Tavolara

Wir wechseln in die Ankerbucht direkt vor der Insel Tavolara.

Anfang des 19. Jahrhunderts kam der Korse Giuseppe Bertoleoni mit seiner Familie nach Sardinien und ließ sich auf der unbewohnten Insel Tavolara nieder. Als 1836 der König Carlo Alberto von Sardinien auf der Tavolara an Land ging, kam ihm Giuseppes Sohn Paolo entgegen und verkündete: „Der König von Tavolara begrüßt den König von Sardinien und wünscht ihm einen angenehmen Aufenthalt in seinem Reich.“
Carlo Alberto fand den Scherz amüsant und schenkte ihm die Insel. Diese Schenkung ließ sich Bertoleoni schriftlich bestätigen.Das kleinste Königreich Europas war geboren. Die Nachfahren nannten sich darauf Karl I., Paul I. usw. Heute arbeiten die Nachfahren des „König Paolo“ als Gastwirte und Schiffsführer.
Auf der Insel Tavorala liegt seit 1962 ein die halbe Insel umfassendes militärisches Sperrgebiet der NATO, auf welchem ein Fernmelde- und Abhörzentrum mit Längstwellensender betrieben wird.
Heute leben auf der Insel 15 bis 20 Menschen, die alle zur Familie Bertoleoni gehören. Der kleine Inselfriedhof, auf dem man die Gräber der Könige und ihrer Familie findet, liegt etwa in der Mitte der flachen Landzunge. ( Auszug aus Wikipedia)

Am Tage kommen viele Strandbesucher mit Ausflugsschiffen auf die Insel und natürlich Schlauch- und Motorboote in großer Zahl. Ab ca. 18:00 wird es leer am Strand, die Boote kehren in ihre Heimatmarinas zurück und die Temperaturen werden erträglich.

Nun gehen wir auf Entdeckungstour und finden den kleinen Friedhof mit seinen Familiengräbern. Der in der stillen, heißen Umgebung liegende Friedhof strahlt eine besondere Atmosphäre aus. Die Fotos auf den Gräbern tun ihr übriges dazu unsere Fantasie anzuregen.

Wir finden den Zugang zum Bergwanderweg und gehen ein Stück durch die heiße, stachlige und karge Landschaft. Vorbei an einigen verlassenen Häusern. Der Wind hat Felsskulpturen und Höhlen in den weichen Kalkstein geformt. Außer den Windgeräuschen ist es still und einsam. Irgendwann kommen wir nicht mehr weiter. Da braucht es gutes Schuhwerk und Kletterhilfen um den Weg fortzusetzen. Wir kehren um.

Inzwischen haben alle Besucher die Insel verlassen und nur die wenigen Bewohner sind noch da. An der Strandbar gibt es noch ein letztes Bier… bevor morgen der neue Ansturm kommt.