Tagebuch der SY Bacchus

Voriges Jahr Voriger Monat Juni 2007 Nächster Monat Nächstes Jahr
Mo Di Mi Do Fr Sa So
28 29 30 31 01 02 03
04 05 06 07 08 09 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 01
02 03 04 05 06 07 08
Datum 20.06.2007
Ortsname Mersin/Türkei
Kurs -260 °/kn
Ziel Limolu/ Türkei
Luft / Wasser 33 °C / °C
Wind / Wellen SSW 3-4Bft / -0,50

Limonlu

Nun haben wir erstmal genug Stadt. Wir haben als nächste Etappe den kleinen Hafen Limonlu ausgesucht, ca. 25 Seemeilen westlich von Mersin. Hier ist das biologische Institut untergebracht, Yachten sind aber willkommen
Wir lassen uns überraschen. Wir wollen nur endlich wieder schwimmen gehen. In der Nähe von großen Städten ist das unmöglich, dass Wasser ist total verdreckt.
Wir verlassen Mersin gegen 13:00 und haben nur ca. 25 Seemeilen vor uns. Der Wind kommt ziemlich von vorn und so kreuzen wir und bei 4-5 Bft dem Ziel entgegen. Laut Hafenhandbuch neigt die Einfahrt zur Versandung und beim Ansteuern sehen wir auch zwei Bojen in der Einfahrt liegen. Johannes steuert mitten durch und….läuft auf. Mit einem sanften Ruck bleibt Bacchus stecken. Und jetzt?? Rückwärts fahren bringt keinen Erfolg. Johannes versucht mit Hilfe des Bugstrahlruders auf der Stelle zu drehen. Jetzt Vollgas vorrauß… und langsam kommt Bacchus frei. Nun ein zweiter Versuch: Links vorbei, die Tiefe reicht aus und wir sind fast im Hafenbecken als uns ein kleines Schild mit roter Schrift auffällt: „Einfahrt verboten“ den Rest können wie auf die Entfernung nicht lesen. Also vorsichtig im Rückwärtsgang wieder raus. Nun erklärt sich auch warum der Hafen so verlassen wirkt. Wahrscheinlich ist er versandet. Aber wohin jetzt? Hier gibt es keine geschützten Buchten. Mit dem Fernglas suche ich nun erstmal den Horizont ab. In ca. 2 Seemeilen Entfernung in westlicher Richtung sehe ich eine weitere Hafenmauer und befeuerte Einfahrt. Also nichts wie hin. Beim Näher kommen erkennen wir einen ganz neuen, großen Hafen. Aber seltsamerweise liegen die Stege verlassen da und alles wirkt wie in Dornröschenschlaf. Strom und Wasser sind noch nicht angeschlossen. Außer ein paar Fischerbooten und dem Forschungsschiff des biologischen Instituts ist hier niemand.
Wir haben die Qual der Wahl, ein fast komplett leerer Hafen und Hunderte von Liegeplätzen.
Kurz drauf liegen wir fest und können in dem sauberen Hafenbecken schwimmen. Wir fühlen uns wie in einem riesigen Salzwasserschwimmbad mit Schiff drin.
Uns wundert allerdings schon, dass im „Rod Heikell“, unserem Hafenhandbuch, gar nichts über den neuen Hafen steht. Wir haben zwar nicht die neuste Ausgabe, unsere ist 5 Jahre alt, aber so eine Marina baut man ja auch nicht in ein paar Monaten