Tagebuch der SY Bacchus

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Datum 21.10.2007
Ortsname Zarzis/ Tunesien
Kurs - °/kn
Ziel
Luft / Wasser 20 °C / °C
Wind / Wellen / -

Tunesien pur

Tatsächlich erscheint Norddin am nächsten Vormittag und fordert uns auf mit ihm zu kommen. Erstmal geht es in ein Kaffee. Johannes und er unterhalten sich über Dieselmotoren, Spritverbrauch und andere „Männerthemen“. Ich langweile mich und kann verstehen, warum keine Frauen in den Kaffees sind.
Dann geht es irgendwann weiter. Noch an einer Patisserie vorbei und dann ins Taxi der Küste entlang.
Gegen Mittag erreichen wir das Haus von Norddin.Seine Frau Hayet und die drei Kinder erwarten uns schon. Der Tisch ist gedeckt, allerdings nur für uns und Norddin. Madame isst mit den Kindern in der Küche. Es gibt Couscous mit Fisch, Fisch mit Tomaten in Vinaigraite und scharf gewürzte Küchlein mit Ei (Briq). Gegessen wird aus den Schüsseln und der Fisch direkt von der Tischplatte. Alles ist sehr lecker und schmackhaft.
Anschliessend gibt’s Tee
und Angelika muss sich der langwierigen Henna-Tätowierungsprozedur unterziehen. Das Ergebnis findet allgemeine Zustimmung

 

Aber das ist noch nicht alles. Hayet kommt mit Bergen von Tuch und zahlreichen Schmuckstücken aus dem Schlafzimmer. Jetzt wird Angelika noch auf orientalische Art eingekleidet. Da gibt es kein Pardon, denn heute Abend steht noch der Besuch einer Hochzeitsfeier auf dem Programm

 

Geheiratet wird hier auf dem Dorf nach altem Brauch. Die Braut hat heute bereits den zweiten Tag in Ihrem Brautzimmer, bewacht von einer hageren, zahnlosen alten Frau, verbracht. Verwandte (natürlich nur die Frauen) und Freundinnen richten die Braut Schritt für Schritt her.
 
In ein 4 m Seidenbrokat Tuch gehüllt wird Sie derart mit Schmuck behangen das sie sich fast nicht mehr bewegen kann. Die „Übergabe“ der Braut an den Bräutigam erfolgt anschließend unter allgemeinem Jubel. Er darf seine Zukünftige jetzt in das neue, gemeinsame Zuhause mitnehmen.
Nach dem Abendessen in der neuen Wohnung werden die Brautleute getrennt ins Schlafzimmer gebracht. Alle warten jetzt tanzend und johlend auf das magische Klopfzeichen was den symbolischen „Vollzug“ signalisiert. “Tock, Tock….“. Der Höhepunkt der Hochzeit ist vorbei. Die Braut darf die Räume jetzt sieben Tage nicht verlassen. Wenn jetzt in ca.9 Monaten noch der Nachwuchs präsentiert wird ist alles Bestens.
Nach den vielen Eindrücken sind wir jetzt hundemüde und wollen nur noch ins Bett.