Tagebuch der SY Bacchus

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Datum 26.07.2008
Ortsname Puerto Colom/ Mallorca
Kurs - °/kn
Ziel
Luft / Wasser 32 °C / 27 °C
Wind / Wellen / -

Strom: Welch ein Luxus

Zur Zeit liegt Bacchus an der Boje. Das bedeutet es gibt weder Wasser noch Strom aus dem Hahn bzw. aus der Steckdose. Glücklicherweise hat unser Boot einen großen Wassertank. Er fasst ca. 8-900 Liter, damit kommen wir bei einem täglichen Verbrauch von 30-40 Litern fast einen Monat aus.
Beim Strom sieht es leider ganz anders aus. Unser „Stromtank“ besteht aus 3 Batterien und die reichen, wenn Sie ganz voll sind, 3-4 Tage. Der mit Abstand größte Stromverbraucher ist unser Mini-Kühlschrank. Bei den derzeitigen Temperaturen, die zwischen 25 Grad (nachts) und 32 Grad (tagsüber) liegen läuft er 12h pro Tag. Er braucht dann etwa soviel wie eine 40 Watt Glühbirne die 12 Stunden brennt, eigentlich nicht viel wenn der Strom einfach so aus der Steckdose kommt wie Zuhause.
Wir haben an Bord drei Stromlieferanten, die alle Ihre eigenen Tücken haben.
Da ist z.B. unsere Solarzelle. Sie ist knapp eine halben Quadratmeter groß. Im Moment bei optimalen Bedingungen schafft sie gut ein Drittel des Bedarfs am Tag. Aber nur wenn alles stimmt. Der Vorteil: Dieser Strom ist umsonst.

Dann haben wir eine große Lichtmaschine am Dieselmotor installiert. Die schafft locker 10 mal soviel wie wir Verbrauchen. Aber die Batterien können soviel Strom nicht auf einmal speichern.
Ausserdem ist dieser Strom sehr teuer. Eine Stunde Lichtmaschinenstrom kostet ca. 2,30 Euro. Ganz schön viel, wenn man bedenkt das man alle 3-4 Tage 10-12 Stunden motoren muss nur um die Batterien wieder aufzuladen. Wenn man unterwegs den Motor ohnehin braucht sieht die Rechnung natuerlich ganz anders aus.

Dann haben wir noch einen kleinen mobilen Generator. Der brummt zwar etwas lauter aber dafür macht er den Strom wesentlich preiswerter. Grob geschätzt um die 80 Cent pro Stunde.
Der läuft jetzt jeden Tag so 3-4 Stunden. So sind die Akkus immer gut geladen. Abends gibt es dann kaltes Bier und morgens kalte Butter zum Frühstück.
Erstaunlich das der Strom zuhause immer noch relativ billig ist zumal man Ihn immer und in unbegrenzter Menge bekommt.
War mir vorher gar nicht klar was das für ein Aufstand ist so ein bisschen „Saft“ zu produzieren wenn man keine "Steckdose" bei den Stadtwerken hat.

So jetzt trink ich erst mal ein kaltes Bier. Ist nämlich ganz schön heiß hier.