Tagebuch der SY Bacchus

Voriges Jahr Voriger Monat Juni 2008 Nächster Monat Nächstes Jahr
Mo Di Mi Do Fr Sa So
26 27 28 29 30 31 01
02 03 04 05 06 07 08
09 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 01 02 03 04 05 06
Datum 27.06.2008
Ortsname Villasimius/ Sardinien
Kurs -30 °/kn
Ziel Portu Pirastu/ Sardinien
Luft / Wasser 30 °C / 21 °C
Wind / Wellen - / -0,00

 

Wir haben unsere Pläne kurzfristig geändert. Wir werden nun doch die Ostküste entlang bis zur Costa Smeralda segeln und dann durch die Straße von Bonifacio bis zum nordwestlichsten Zipfel und dort auf den richtigen Wind warten, der uns dann hoffentlich unter Segeln nach Menorca bringt.

Im Ort Villasimius haben wir uns wieder für einige Tage mit Lebensmitteln eingedeckt. Die Küste von Sardinien ist sehr einsam und wir wollen einige Tage unabhängig von Geschäften sein.
Zurzeit ist es fast windstill und so motoren wir zum nächsten Etappenziel, der Bucht vor Portu Pirastu. Das Meer ist ruhig, die Sicht ist schlecht. Es ist unglaublich feucht. Am Horizont verschwimmen Himmel und Wasser zu einer graublauen Wand. Uns nähert sich ein dickes Motorboot, hier nichts besonders, da die Besitzer solcher PS starken Geschosse liebend gerne möglichst nah an den Seglern vorbei heizen und sich dann freuen wenn die so schön schaukeln.
Aber der hier nähert sich recht langsam und durch Fernglas erkennen wir, dass es ein Boot der Carabiniere ist. Die halten voll auf uns zu und fordern uns auf, die Maschine zu stoppen. Kontrolle der Papiere steht an. Was ist den jetzt los, haben wir irgendetwas falsch gemacht? Sind wir aus Versehen in ein Sperrgebiet geraten, in der Karte war keins verzeichnet.
Der junge smarte Beamte beruhigt uns und meint die Kontrolle sei ganz normal, hätte keinen bestimmten Grund. Wir geben die Papiere rüber und warten. Nach bestimmt 10 Minuten erschien der Trupp wieder auf dem Vorschiff und reichte uns die Papiere zurück. Das war’s, wir durften weiterfahren.
Keine halbe Stunde später hatten sie ihr nächstes „Opfer“ im Visier, eine Ketsch, die versuchte bei 4 Knoten Wind zu segeln, wurde gestoppt.

 

 

Früher war Portu Pinastu ein kleiner Fischerhafen, heute ist hier die totale Einsamkeit. Auf einem Feldstück liegen verparkte Gummiboote, die auf ihren Einsatz warten, und ein kleines Haus steht daneben, indem jemand wohnt der auf die Boote aufpasst, ansonsten ist hier nichts außer Natur.
Wir liegen alleine in der windstillen, sternenklaren Nacht vor Anker.