Tagebuch der SY Bacchus

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Datum 31.05.2008
Ortsname Aci Trezza/ Sizilien
Kurs -20 °/kn
Ziel Toamina/ Sizilien
Luft / Wasser 22 °C / 19 °C
Wind / Wellen NNE 2-6 KN / -0,50

 

Wir verlassen Aci Trezza um 7:00 in Richtung Taormina. Da die Wettervorhersage leichten Wind aus NNE vorhergesagt hat, m√∂chten wir m√∂glichst fr√ľh am Ziel sein, bevor es auffrischt und dann Welle und Wind gegen uns sind.
Um 12:00 fällt der Anker in der Bucht von Naxos-Giardini, unterhalb von Taormina, direkt vor dem Fischerhafen und dem großen Sandstrand.
Doch es steht ein derartiger Schwell in die Bucht, dass wir fast von der Sitzbank fallen. Hier wollen wir nicht bleiben, wollen aber auch nicht an den popeligen Schwimmsteg und 30 Euro pro Nacht bezahlen. Also versuchen wir es an der Mole zwischen den Fischern. Platz ist genug und so machen wir mit Buganker an der Mole fest. Wir können bleiben, kein Problem, einige Fischerboote sind raus und kommen auch erst in einigen Tagen wieder

Nachdem Bacchus gut festgemacht ist und alle Fender in Position gebracht sind, machen wir uns auf den Weg nach Taormina

Taormina

Taormina ist √ľber eine schmale Stra√üe, die sich in Haarnadelkurven den Berg hoch schl√§ngelt oder mit einer Seilbahn zu erreichen. Wir nehmen den Bus und der qu√§lt sich in einer nicht endenden Schlange aus Autos, Zweir√§dern und weiteren Busen nach oben. Da der Bus bei jeder Kurve die gesamte Fahrbahn ben√∂tigt und der Sizilianer sich nicht gerne in seinem Vorw√§rtsdrang bremsen l√§sst, ist die Fahrt eine ziemlich m√ľhselige und langwierige Sache.
Endlich in Taormina angekommen, werden unsere Erwartungen bez√ľglich Massentourismus weit √ľbertroffen.
Dies war sicherlich mal ein sehr sch√∂ner Ort. Verwunschen in den Bergen gelegen, mit einer vielf√§ltigen und √ľppigen Vegetation gesegnet, angenehmen Temperaturen und atemberaubenden Ausblicken, ein hinrei√üender Ort, von den Dichtern seit der Antike gepriesen und auch von Goethe umschw√§rmt.

Heute w√§lzen sich hunderte von ‚ÄěReichen und Sch√∂nen‚Äú, und die, die sich daf√ľr halten, durch die Gassen. Alle Palazzi des Corso Umberto, sie sind aus dem 15 Jh., wurden zu Mode- oder Schuhgesch√§ften, Schmuck-, Taschen- und Antiquit√§tenl√§den, Restaurants, Bars oder Eiscafes. Das Angebot ist so √ľberbordend, dagegen ist die K√∂ eine Dorfstra√üe.
Klöster sind zu Luxushotels geworden, der Dom zur Kulisse aufwendiger Hochzeiten.
Uns ist das hier zu anstrengend.

Nach einem Espresso machen wir uns auf den R√ľckweg.

 

In Giradini wird gerade eine Madonnenstatue von den Kommunionkindern durch die Straßen getragen

Immer wieder wird halt gemacht und ein kleines Feuerwerk entz√ľndet. Im Hintergrund kann man den gl√ľhenden Lavastrom des √Ątnas sehen.
Auf uns wirkt das ein bisschen, als wolle man den √Ątna beschw√∂ren doch weiterhin ruhig zu bleiben. Aber es handelt sich um den Nationalfeiertag und da werden √ľberall auf Sizilien die Madonnenstatuen durch die Orte getragen.