Drei Monate unterwegs

In den ersten Wochen erschien mir die Zeit unendlich und ich habe da schon gezweifelt, ob ich das bis November aushalte. Immer zusammen kleben, keine Moeglichkeit sich aus dem Weg zu gehen. Dann die permanente Anspannung . Unterwegs immer die Sorge haelt das Wetter, am Ankerplatz die Sorge haelt der Anker, bleibt es windstill, dreht er oder frischt auf.
Dann war da das Heimweh nach den Kindern, der Familie, Freunden und Nachbarn. Oder einfach nur der Wunsch gemuetlich im eigenen Bett zu liegen und nicht auf Wind und Wellen zu hoeren und bei jeder Veraenderung erstmal raus und gucken.
Die Anspannung ist geringer geworden. ich kann nicht behaupten, dass sie weg sei, aber jeder Tag bringt neue Erfahrungen und auch mehr Routine.

Stolz bin ich, dass wir es bis in die Kykladen geschafft haben. Auch schwierige Situationen haben wir gut gemeistert. Sehr schoene und spannende Momente immer wieder erlebt und interessante Menschen kennen gelernt.

Nun liegen noch drei Monate vor uns. Auch diese Zeit kommt mir noch lang vor. Segeln ist anstrengend und die Vorstellung die Tage lesend, faulenzend oder schwimmend zu verbringen haben sich nicht erfuellt. Der Tag vergeht meist mit alltaeglichen Arbeiten, alles ist muehsamer als an Land. Ein Einkauf mit dem Dingi kann schon mal einen halben Tag in Anspruch nehmen.
Langfahrtsegeln ist nicht Urlaub machen, sondern Alltag. Vieles ist unspektakulaerer und alltaeglicher als in der Fantasie. Sich einlassen auf die lange Zeit die man hat fiel und faellt mir zwischendurch immer noch schwer, obwohl das der größte Luxus ist, den wir haben. Wir können warten, wen der Wind nicht passt und müssen nicht zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmetn Ort sein.

Schoene Ziele liegen noch vor uns. Die restlichen Kykladeninseln, die Dodekanes und die Tuerkei wollen noch erreicht werden. Cypern ist erstmal gestrichen. Unser Winterquartier wird in Finike sein.