Hafenleben...


Das Hafenleben erinnert doch sehr an eine Schrebergartensiedlung, nur fehlen hier die Geranien. Dafür gibt es viele Schiffe und an denen ist immer etwas dran. Da kann man verbessern und erneuern, instand halten und erweitern.
Man trifft sich am Steg auf ein Schwätzchen , tauscht die neusten Nachrichten aus, berichtet von der letzten Segeltour und spricht natürlich auch über das Wetter, über zuviel oder zuwenig Wind. Richtig ist er selten. Doch das hat das Wetter ja so an sich.
Es wird zum Kaffee oder Wein eingeladen. Die neuen Nachbar und deren Schiffe werden gemeinsam unter die Lupe genommen und begutachtet.. Man ist immer hilfsbereit, irgend ein netter Nachbar hat immer das passende Werkzeug oder den guten Tipp für die nächste dringend anstehende Reparatur, den repariert wird ständig etwas. Da sieht man Männer auf Klapprädern mit den tollsten Teilen unterm Arm hin und her radeln.
Ich frage mich nur, warum geht an den Schiffen immer soviel kaputt, die werden doch kaum bewegt, die liegen doch hier fest und sicher im Schiffsschrebergarten ?
Ein weiteres unerklärliches Phänomen an Schiffseigner ist deren unfassbare Reinigungswut. Da wird geschrubbt, gewischt, eingewachst und wieder wegpoliert. Teakholz so oft geölt und poliert, bis es eine Gefahr für die Menschheit darstellt. Die Edelstahlbeschlägen spiegeln derart, dass frau sich darin schminken kann , solange sie nichts anfasst.
Die Frauen dürfen zu hand gehen, unter Anweisung die niedere Arbeiten ausführen. Kaum vorstellbar, dass im festen Wohnsitz die Damen durchaus in der Lage sind alleine zu putzen.
Dann denke ich immer: schade das sich Begeisterung am Putzen beim männlichen Geschlecht zu hause so schnell verliert.

Es lebe das Hafenleben.