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Finike 28 °C 25 °C SE,NE2-10

Nix Hafen ade

Wir brechen gut gerüstet Richtung Antalya auf. Der Wetterbericht sagt 2-3 Bft erst Nordwest, dann Südost. Ideal für unseren Kurs. Unser Ziel ist die Bucht Ceneciz Limani , ca. 28 Seemeilen entfernt.
Der Wind nimmt im Laufe des Vormittags immer mehr zu und dreht ein, bis wir ihn von vorne haben. Gegen Wind, Welle und Strömung ist kaum noch ein Vorwärtskommen. Wir wollen noch ums Kap Tasklik um zu sehen, ob sich die Windverhältnisse verbessern, ansonsten kommt nur noch umdrehen in Frage. Aber auch hinter dem Kap ändern sich die Bedingungen nicht, im Gegenteil, der Wind frischt immer weiter auf und mit 2,8 Knoten gegen an bolzen macht keinen Sinn.

Die Insel liegen gegenüber dem Kap Tasklik
Also umkehren. Es gibt eine Bucht in der Nähe, dort könnten wir für die eine Nacht ankern. Die Sonne war inzwischen hinter einem Dunstschleier verschwunden und es bilden sich mehr und mehr Wolken. Johannes meint, dass gefällt mir hier alles nicht. Dauernd die Böen und der Himmel sieht auch nicht gut aus. Sieht aus wie damals in Kroatien vor dem Sturm.

Fallwinde bis 8 Bft und die Wolken versprechen nichts Gutes, lassen uns den Plan zu Ankern aufgeben, die Marina in Finike ist nur 13 Seemeilen entfernt, also zurück.
Wir drehen um und segeln nun zügig vor dem Wind Richtung Marina.
Die Wolken werden immer bedrohlicher. Plötzlich Windstille und dann ist die Böenwalze da. Mit bis 10 Bft ( 50 Knoten ) gegen uns rauscht sie über uns hinweg. Es bauen sich blitzschnell Wellen auf.

Die Marina ist noch 3,5 Seemeilen entfernt., aber bei diesem Gegenwind brauchen wir bei 2,5 Knoten über Grund noch mindestens eine Stunde bis in den sicheren Hafen. Doch bei dem Wind können wir eh nicht rein. Also erstmal in der Bucht bleiben, warten und hoffen, dass der Wind nachlässt.
Nach 20 Minuten wird es etwas ruhiger und wir geben Gas um vor der nächsten Front im Hafen zu sein.
Um 17:30 liegen wir wieder sicher an unserem Platz , die nächste Front ist schon im Anmarsch, wir können das Spektakel von Blitzen, Donner, Wind, Regen und taghell erleuchtetem Himmel nun ganz entspannt beim Ankerschluck beobachten.