Wir sind drin!!
Der Wind weht kräftig aus Nordost, das ist Segelwind für uns. Am Nachmittag heißt es deshalb Abschied nehmen. Von Horta nach Lajes do Pico sind es nur 20 Seemeilen. Zwischen den beiden Inseln pfeift es mit bis zu 30 Knoten und wir machen gute Fahrt. Strömung und Wellen helfen auch noch mit.
Bei dem Tempo sind wir in knapp 4 Stunden in der Marina
Doch nach 10 Seemeilen sind Wind und Wellen weg. Wir sind im Windschatten des Vulkankegels. Von Land weht der Duft nach Heu und Gras bis zu uns hinüber. Wir sehen eine große Gruppe Wale, die langsam und bedächtig ihre Bahn ziehen.
Plötzlich, als hätte man eine Windmaschine eingeschaltet legt der Wind wieder zu, bis 35 Knoten, und das bleibt so bis wir vor der Einfahrt der Marina sind. Inzwischen hat sich auch eine ordentliche Dünung aufgebaut. Die Einfahrt ist sehr eng und felsig. Auch bei ruhigem Wetter schon spannend ist es bei den Bedingungen ein Nervenkrieg. Ein großes Riff begrenzt die schmale Fahrrinne auf der einen Seite, auf der anderen liegt der Wellenbrecher. Uns ist klar, wenn wir reinfahren, gibt es nur eine Chance, umkehren ist nicht.
Also Fender raus, Festmacher vorbereiten und ab. Und es ist der pure Stress, so eine enge und schwierige Einfahrt haben wir noch nicht erlebt. Uns kommen doch arge Zweifel, ob es eine gute Entscheidung war bei diesen Bedingungen nach Pico zu segeln. Doch nach knapp 5 Minuten, die uns unendlich vorkommen, sind wir und Bacchus heil an den kritischen Stellen vorbei. Wir legen mit einem kräftigen Bums unsanft an einen riesigen Alu- Katamaran an der am ersten Steg liegt. Fertig! Ende! Aus! Der Skipper will nicht mehr. Bevor der Wind nicht nachlässt kriegt uns hier keiner mehr weg. Es ist eh kein Platz frei.