Spontaner Aufbruch
Alles spricht dafür heute Richtung Azoren aufzubrechen. Der Wetterdienst sagt ruhiges Wetter mit wenig Wind und niedrigen Wellen voraus. Nach Rücksprache mit einem sehr erfahrenen Fahrtensegler beschließen wir nun kurzfristig heute loszusegeln. Mir geht das eigentlich zu schnell und ich hätte gerne noch mehr Zeit gehabt mich mental vorzubereiten. Ob es dann leichter wäre die Leinen los zu werfen weiß ich auch nicht.
Nun liegen 500 Seemeilen offener Nordatlantik vor uns und wir hoffen sehr, dass die Wettervorhersage zutrifft.
Um 15:15 heißt es Leinen los. Der Dieseltank ist voll und Vorräte haben wir genug an Bord. Das für heute geplante Abendessen mit Rolf und Gaby muss leider ausfallen, wird aber ganz bestimmt später nachgeholt.
Nachdem das südöstliche Kap umrundet haben, können wir alle Segel setzten und ab geht die Post. Super Segelwind, wenig Welle, heißt hier ca. 1,50 Meter.
Eine riesige Gruppe Delfine schwimmt wild um uns herum und springen übermütig aus dem Wasser so als wollten sie uns eine gute Reise wünschen.
Um Seekrankheit vorzubeugen, beziehe meinen bevorzugten Platz im Cockpit und beschränke meinen Aufenthalt unter Deck auf das Nötigste. Johannes übernimmt alle Arbeiten im Schiff und kocht zum Abendessen Hühnchen, Gemüse und Reis. Trotz Schräglage und Seegang.
Ausgerüstet mit hoch dosiertem Vitamin C, trockenen Keksen, Wasser, meinem MP3 Player und dem Hörbuch Moby Dick trete ich um 24:00 meine erste Nachtwache an und die vergeht im Nu. Wir haben uns wieder für den drei Stunden Rhythmus entschieden.
Langsam verschwindet Madeira am Horizont.