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Melilla/ Spanien/ Marokko 26 °C

Kulturprogramm

Heute steht die Medina Sidonia in Melilla ganz im Zeichen der Kultur. Alle Museen sind geöffnet und auf dem kleinen Platz vor der Kirche finden kleine Konzerte statt.
Das kleine Kunstmuseum im perfekt restaurierten Teil der Kirche lässt uns staunen. Viele bekannte spanische Künstler werden hier in einer Dauerausstellung gezeigt und haben internationales Format.


Melilla überrascht uns immer wieder.
Melilla gehört – nach Barcelona und Madrid – zu den wichtigsten Städten der spanischen Gründerzeitarchitektur. Uralte Orangenbäume zu perfekten Schattenspendern geschnitten säumen die großen Straßen.
Sehr viele, sehr schöne Plätze laden zum verweilen ein.


Begegnungen am Rande

Beim Bäcker, wir stehen in der Schlange, hören wir eine junge Muslimin „langsam, langsam“ zu ihrem Kind sagen. Wir sind etwas erstaunt, hier deutsch zu hören, außer uns, haben wir seit Wochen kein deutsches Wort mehr vernommen. Ich spreche die junge Frau an. Sie erzählt lachend und bereitwillig, dass sie aus Essen stammt und seit 12 Jahren wegen der Liebe, sie ist mit einem Marokkaner verheiratet, in Nador lebt. Sie erwartet ihr drittes Kind, die beiden ersten sind in Deutschland geboren und auch das dritte soll in Essen zur Welt kommen. Sie hat immer noch Heimweh, die Eltern und Geschwister leben in Essen. Nach Melilla kommt sie unter anderem wegen „Lidl“. Der erinnert sie an Deutschland und dort kann sie Dinge kaufen, die es in Marokko nicht gibt. Das ein Lidl bei Heimweh trösten kann…

Auf dem Weg zum Schiff kommen uns zwei junge Männer entgegen. Die beiden sehen wie Segler aus und da es nicht viele davon hier gibt, spricht Johannes sie an. Der eine ist Engländer und erzählt, er hätte vor uns auf dem Liegeplatz überwintert. An den Tag an dem wir angekommen sind, hat es sich aufgemacht um nach Aquadulce zu segeln.
Unterwegs merkt er, dass Wasser ins Schiff eindringt und immer höher steigt Er kann den Grund nicht ausmachen, alle Ventile sind dicht und ein Leck ist ausgeschlossen. Bald schon steht er knietief im Wasser. Die Pumpen schaffen die Wassermengen nicht. Bleibt nur die Seenotrettung. Er wird gerettet und verliert sein Schiff, der Kiel ist abgefallen. Er hat das Boot von Südafrika nach Melilla ohne Probleme gesegelt um es dann vor der Hafeneinfahrt zu verlieren…