Seewege.de
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im Nordatlantik unterwegs 25 °C 22 °C NE 12-16 kn

geht doch...........

Der stetige NE Wind hat heute morgen an Schwung veroren und der Motor muß ran. Aber nur bis 11:00 dann reicht der Wind für gemächliche Fahrt unter Segeln. Heute geht es mir auch viel besser. Ich fühle mich sogar richtig wohl an Bord und die notwendigen Arbeiten gehen mir leicht von der Hand. Gott sei dank. Noch so ein Tag wie gestern und ich hätte mir die Grundsatzfrage gestellt.
Gegen 14:00 gibt es ein mächtiges Radarecho. Im AIS sehe ich was da auf mich zukommt. TENKI: Ein gewaltiger Tanker, das größte Ding überhaupt bisher: Sage und schreibe dreihunderundvierundzwanzig Meter lang und sechzig Meter breit. Gemächlich passiert er, vorschriftsmäßig achterlich, in 2 sm Entfernung. Auf die Distanz sieht er garnicht so groß aus. Gut das die Jungs auf der Brücke Profis sind. Der würde noch nicht mal merken wenn er über mich wegbrettert.

Um 20:40 geht die Sonne in einem fast wolkenlosen Horizont unter. Als ich nach zehn Minuten routinemäßig wieder nach draußen schaue, geht über einem Lichtstreifen von durchscheinendem rot, der Neumond auf. Die scharf gezeichnete Sichel steigt in den glasklaren, schwarzblauen Sternenhimmel um dann schnell wieder am Horizont zu versinken.
Mir stockt, unbewusst, für einen Moment der Atem. Was ich sehe ist ein Naturschauspiel von überwältigender, fast kitschiger Schönheit.
Um 22:00 passiert noch ein weiter Tanker in 2,4 sm Abstand und ab dann ist tatsächlich Nachtruhe.