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Vulkano 26 °C 20 °C SSW 8-26 KN

Stromboli

7:40 brechen wir auf. Heute Nacht hat es doch tatsächlich wieder geregnet. Es ist ruhig aber ziemlich bewölkt. Ein leichter Wind aus SSW weht. Mit dem Bliester geht es gut voran.
Aber nicht lange. Der Himmel zieht sich immer weiter zu und der Wind frischt auf

Also Bliester weg und Kuterstagsegel rauf. So kommen wir zügig vorwärts und sind in gut fünf Stunden in der Ankerbucht vor S. Vincenco.
Der Stromboli ist ein Vulkan wie aus dem Bilderbuch. Steil steigen die Kraterwände aus dem Wasser und eine dicke Rauchwolke hüllt seinen Gipfel ein. Ein faszinierender Anblick

Wir versuchen zu ankern, aber der Anker will nicht halten. So schnappen wir uns eine der vielen Bojen und machen uns daran fest. Wir sind das einzige Segelschiff und freuen uns über die freien Bojen.
Dann ab ans Ufer und in den Ort.

Leider können wir heute nicht mehr mit einer geführten Tour zum Krater. Die Gruppen gehen um 17:00 los und wir sind zu spät. Wenn das Wetter mitspielt gehen wir morgen mit. Bacchus liegt ja sicher an der Boje
Die Orte auf Stromboli sind praktisch autofrei. Gefahren wird hier mit kleinen Elektroautos, egal ob Müllabfuhr oder Taxi. Auch sonst geht es sehr gemütlich zu.
Auf Stromboli gibt es an der Südwestseite den kleinen Ort Ginostra, der auch heute noch nicht auf dem Landweg erreichbar ist. Auch Fähren können nicht anlegen. Die Fähren müssen vor Anker gehen uns alle Menschen und Waren werden in kleine Boote umgeladen und zum Ufer gebracht

Als wir zum Boot zurückkommen erleben wir eine Überraschung. Ein Dingi steuert auf uns zu und der junge Mann darin möchte von uns 50 Euro für die Boje. Wir können es nicht fassen und fragen ob wir uns vielleicht verhört haben. Aber nein, 50 Euro sind der Preis für eine Nacht an der Boje, einen kleinen Rabatt könnte er uns geben. Wir finden den Preis einfach nur unverschämt Wir verzichten, machen los und werfen unseren Anker einige Meter weiter erneut. Wir vertrauen darauf, dass es ruhig bleibt und beschließen morgen ohne Kratertour nach Panarea weiter zu segeln. Am unsicheren Anker können wir das Schiff nicht 5-6 Stunden alleine lassen, besonders da das Wetter hier sehr unbeständig ist.