"Schmeichelwetter"
Es herrscht das schönste Spätsommerwetter. Angenehme Temperaturen am Tag und Abkühlung in der Nacht, so dass wir entspannt schlafen können.
Auch die nächsten Tage wird es keinen Wind geben.
Unser Ziel heute: Collesano
Sobald wir die Küste Richtung Berge verlassen. ändert sich alles. Die Straßen sind schmal und kurvig, die Landschaft ist aufgeräumt und sehr abwechlungsreich.
Den allgewärtigen Müll, wie an der Küste, gibt es hier nicht. Die kleinen Orte schmiegen sich an die Berghänge- eng und ockerfarben.
Collesano ist auch so ein Ort. Der alte, obere Teil wird von der Basilica San Pietro und den verfallenen Ruinen der normanischen Burg beherrscht. Männer sitzen wie aufgereiht in den Cafes an der Hauptstraße und reden über Gott und die Welt. Frauen kaufen ein oder halten einen Schwatz an der Straßenecke. Es gibt Bäcker und Metzger, Obsthändler und Apotheken, in dunklen Tabbachiläden wird weit mehr, als nur Zigaretten verkauft. Wir erleben einen lebendigen Ort.
Beim Metzger ersteht Johannes ein ganz besonderes Stück Fleisch, ewig in Kühlschränken gelagert und besonders beschildert.
Das kleine Museum Targa Florio ist heute leider geschlossen. Das Museum zeigt die Geschichte des ältesten Sportwagenrennens der Welt. Die Strecke ist unter dem Namen “Targa Florio” eine 72 km lange extrem gefährliche Straße mit vielen Haarnadelkurven der Monti Madonie.
Wir schlendern durch die alten Gassen Richtung Burgplatz.Neugierige,freundliche Blicke folgen uns. Bei einem Hauseingang sehen wir eine Frau die laut auf etwas einschlägt. Uns fallen Mandeln ein, die hier gerade reif werden und eine extrem harte Schale haben. Doch beim Näheren betrachten sehen wir Schüsseln voller grüner, dicker Oliven. Durch das Draufschlagen zerbersten die Oliven und oxidieren sofort. Auf Nachfrage erklärt mir die Frau,sie heißt Luisa, dass sie die Oliven erst zerschlägt, sie mit verschiednen Gemüsen einmacht und dann verkauft. Ein Glas drückt sie mir in die Hand damit ich probieren kann. Zum Abschied werde ich gedrückt und geküsst. Ich bin gerührt über soviel Freundlichkeit.
“Pranzo”
Gegen 13:00 wird es schlagartig ruhig in den Straßen. Die Geschäfte schließen- Mittagszeit, da passiert hier fast nichts mehr. Wir fahren zur “Casale Drinzi”, einem Holzhaus oberhalb von Collesano. Es gibt typische Gerichte aus der Madonie und es schmeckt wundervoll. Wir essen gefüllte Zucchini- Blüten, frittierten Ricotta, Bandnudel mit Pilzen…
Das Abendessen fällt heute aus.