das Ausleihen eines Fahrrads verpflichtet zur Nutzung
Ergo trete ich heute hoch motiviert auf’s Pedal und starte zu einer kleinen Inseltour. Schon der erste Anstieg von der Marina rauf nach Vila do Porto bringt mich an die Grenzen. Zwei Monate Trainingspause machen sich erheblich bemerkbar. Aber es kommt noch dicker. Zehn km weiter bin ich am Aufstieg zum Pico Alto und hier hilft nur noch der ganz kleine Gang, bis sechzig zählen, anhalten und den Puls wieder auf erträgliche Werte absinken lassen und das ganze von vorn.
Aber schließlich ist es geschafft. ich habe fertig!
Von hier aus geht es jetzt durch eine wunderbare Landschaft fast nur noch bergab bis Anjos ins Schwimmbad. Einmal abkühlen, ein Kaffe mit viel Zucker und zurück. Nochmal ein extremer Anstieg und dann nur noch bergab zurück zur Marina.
Die Südwestseite der Insel ist im Gegensatz zum Ostteil sehr trocken. Erstaunlicherweise steht hier viel Rindvieh (nein, nicht auf der Straße) sondern Milchkühe auf abgeweidetem und von starker Erosion gezeichnetem braunen “Acker”.
Ich frage Kalle den ich mit seinen Jungs in der Marina treffe ob er weiß was in der Landwirtschaft von Santa Maria so läuft. Er erklärt mir die Hintergründe der Inselökonomie.
Einige Großbauern haben hier das sagen und haben das Geschäft mit Rindvieh und Subventionen optimiert. Von denen leben die Herrschaften gar nicht so schlecht, meint er. Na ja, warum soll es hier anders laufen als bei uns?
Rindvieh hin oder her. Wenn die Windvorhersage so bleibt geht es morgen 55 sm bis nach Sao Miguel in die Großstadt Ponta Delgada.
Nachtrag 25.07.
hatte heute morgen keine Lust zum Segeln. Ich war noch zu Platt von der gestrigen Radtour …